Traube Tonbach - Kulinarische Wegmarke in historischem Ambiente mit leistungsstarken Brandschutzkonstruktionen
Ein verheerender Brand im Januar 2020 hatte die vollständige Zerstörung des Stammhauses des 5-Sterne-Superior-Hotels Traube Tonbach im nördlichen Schwarzwald zur Folge und erzwang die Schließung von gleich drei À-la-Carte-Restaurants. Das bekannteste von ihnen, die Schwarzwaldstube, glänzte über 25 Jahre lang mit innovativer Drei-Sterne-Küche. Doch bereits kurz nach der Katastrophe war für die Hoteleigentümer klar, dass die renommierten Gastronomiebetriebe in einem neugestalteten Umfeld fortgeführt werden sollten.
Unter anderem die lange Branddauer machte in dem 1789 erstmals urkundlich erwähnten Gasthaus eine Rettung der alten Bausubstanz unmöglich. Stattdessen entschied man sich für den Abriss der Brandruine und die Neuerrichtung eines Dreigiebel-Gebäudekomplexes.
Außen Schwarzwald-Charme, innen modernster Gastronomie-Workflow
Ziel war es zum einen, die Grundfläche der vorhandenen Hanglage optimal zu nutzen, zum anderen, gleichermaßen funktionale wie atmosphärisch stimmige Räumlichkeiten zu schaffen. Äußerlich sollten sich die neuen Gebäude in ihrer Form und dank der Auswahl entsprechender Baumaterialien äußerst harmonisch in die schwarzwaldtypische Umgebung einfügen.
Ortsansässige Holzbau-Spezialisten waren zwischen Herbst 2021 und Frühjahr 2022 mit der Dämmung und Gestaltung der Außenwände beschäftigt. Diese sollten als vorgehängte hinterlüftete Fassaden mit Holzunterkonstruktion realisiert werden. Die Basis bildeten Betonaußenwände mit einer Fläche von insgesamt circa 900 Quadratmetern. Die drei Baukörper wurden je nach Baufortschritt der Vorgewerke zum Teil parallel bearbeitet.
In einem ersten Schritt wurden senkrecht Rahmenhölzer als Unterkonstruktion an den Wänden befestigt und zwischen diesen die erste von zwei Dämmschichten eingelegt. Zum Einsatz kamen 80 mm starke, nichtbrennbare ULTIMATE FSP-034 Fassadendämmplatten von ISOVER. Anschließend folgten horizontal montierte Rahmenhölzer und eine weitere 80 mm starke Dämmlage aus ULTIMATE. Als zusätzlichen Witterungsschutz wurde noch eine diffusionsoffene Unterspannbahn vollflächig verlegt.
Bekleidung aus vorpatinierter Lärche
Mit dem so ausgeführten Wandaufbau wird ein U-Wert von 0,24 W/(m2K) erzielt. Die Belüftungsebene wird durch eine 30 mm starke, vertikale Konterlattung sichergestellt, auf die wiederum eine Rauspundschalung angebracht wurde. Die eigentliche Fassadenbekleidung erfolgte dann mit vorpatinierten Holzschindeln aus Lärche. Durch die Vorbehandlung der Schindeln mit einer Vergrauungslasur ergibt sich eine dunklere und leicht angeraute Holzanmutung, wodurch die Fassade unmittelbar nach Bekleidung bereits die gewünschte historische „Schwarzwald-Ästhetik“ erhält. Entsprechend detailgenau wurden auch viele verschiedene Konstruktionen wie Pfeiler oder schräg verlaufende Brüstungen für Treppenaufgänge mit den Schindeln bekleidet. Großes Augenmerk wurde auch auf die Anschlüsse etwa an die Fenster und Dachflächen gelegt.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade sorgt für viele Vorteile
Vermitteln die Lärchenholzschindeln den ursprünglichen Charme eines historischen Gebäudes, so kann die vorgehängte hinterlüftete Fassadenkonstruktion insbesondere mit ihren guten bauphysikalischen Eigenschaften überzeugen. Der durch die konstruktive Trennung der Funktionsschichten (Massivwand / Dämmung / Bekleidung) entstehende Hinterlüftungsraum sorgt dafür, dass Feuchte sicher abtransportiert wird, während die Dämmung für einen optimalen Wärme- und Schallschutz sorgt. Mit modernen Dämmstoffen wie den ULTIMATE FSP-034 Fassadendämmplatten mit vergleichsweise niedrigen Wärmeleitfähigkeiten lässt sich ein hervorragender Wärme- beziehungsweise Kälteschutz realisieren, wodurch ein ganzjährig behagliches Innenraumklima sichergestellt wird. Durch den zuverlässigen Abtransport von Bau- und Diffusionsfeuchte und der konstanten Temperatur des Wandgrundes wird darüber hinaus die Bausubstanz dauerhaft geschützt.