Glossar

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3-Liter-Haus

3-Liter-HĂ€user sind Ultra-NiedrigenergiegebĂ€ude, die nur so viel PrimĂ€renergie pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen, wie in 3 Litern Heizöl enthalten sind, also cirka 30 kWh Energie pro Quadratmeter und Jahr. Der Strom fĂŒr Pumpen, Regelung und Brenner ist ebenfalls schon mit einbezogen. Das Fraunhofer IBP hat Ende der 90er Jahre diesen Standard kreiert und den Namen „3-Liter-Haus“ markenrechtlich schĂŒtzen lassen. 

Ein 3-Liter-Haus braucht im Vergleich zu einem herkömmlichen Haus nur ein Drittel der Energie zum Heizen der RĂ€ume. Das 3-Liter-Haus ist ein großer Schritt in Richtung UnabhĂ€ngigkeit vom steigenden Ölpreis auf dem Weltmarkt und den ihm folgenden Gas- und Brennholzpreisen. Der 3-Liter-Standard ist bei allen Neubauvorhaben und bei fast allen Sanierungsvorhaben zu erreichen. Im Prinzip sind die Komponenten, die fĂŒr ein 3-Liter-Haus beachtet werden mĂŒssen, die selben wie bei einem Niedrigenergiehaus. Einige Bauteile mĂŒssen eine noch hochwertigere AusfĂŒhrung vorweisen. Diese werden hier benannt: Außenwand, Decken, Dach und Keller mĂŒssen sehr gut gedĂ€mmt sein, 3-fach WĂ€rmeschutzscheiben und wĂ€rmedĂ€mmende Fensterrahmen, vollstĂ€ndige Vermeidung von WĂ€rmebrĂŒcken, energieeffiziente Heizung, solarthermische Anlage fĂŒr Warmwasser und Aufheizung der Zuluft, WĂ€rmepumpen.

Die Energiezyklen des 3-Liter-Hauses

  1. Der Sonnenzyklus: An einem Sonnentag wĂ€rmt die Sonnenstrahlung das Haus direkt. Die Sonnenstrahlung gelangt ĂŒber die SĂŒdverglasung ins Innere und erwĂ€rmt Fußboden und InnenwĂ€nde, ĂŒber diese indirekt auch die Raumluft. Die erwĂ€rmte WĂ€rme der Raumluft wird ĂŒber die KomfortlĂŒftung im ganzen Haus verteilt. 
  2. WĂ€rmebezug aus dem Pufferspeicher: Fehlt die direkte Sonnenstrahlung und sind die Außentemperaturen so tief, dass geheizt werden muss, so kann aus dem Pufferspeicher ĂŒber das besondere WĂ€rmeverteilsystem der eine oder andere Niedertemperaturheizkörper, Fußbodenheizung oder Wandheizung gespeist werden. Außerdem liefert der Pufferspeicher das Brauchwarmwasser fĂŒr KĂŒche, Bad, Waschmaschine und GeschirrspĂŒler. 
  3. Die Atmung des Hauses, die automatische KomfortlĂŒftung, arbeitet stĂ€ndig. Sie entnimmt aus den RĂ€umen hoher Luftbelastung (z.B. Wohn- und Esszimmer, KĂŒche, Bad, WC) die warme Raumluft und befördert sie ĂŒber einen WĂ€rmetauscher ins Freie. Im WĂ€rmetauscher wird die WĂ€rme an die frische Außenluft abgegeben, die dann in RĂ€ume mit hohem Anspruch an die LuftqualitĂ€t einströmt (z.B. Kinderzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer). Die Außenluft wird an besonders kalten Tagen ĂŒber einen ErdwĂ€rmetauscher bereits vorgewĂ€rmt. 
  4. Heiztage: Folgen mehrere, bewölkte, kalte Tage aufeinander, kommen die wenigen Heiztage auf das 3-Liter-Haus zu. Ist eine Öl- oder Gasheizung oder eine WĂ€rmepumpe installiert, so unterscheiden sich diese Tage nicht von Heiztagen in konventionellen HĂ€usern. Die abgegebene WĂ€rme wird ĂŒber die automatische KomfortlĂŒftung im Haus verteilt. Empfehlenswerte Heizsysteme fĂŒr EinfamilienhĂ€user sind der Kachelofen als Ganzhausheizung sowie Pelletöfen mit WasserwĂ€rmetauscher. 
A

Abdichtung

Unter dem Begriff "Abdichtung" werden drei Bereiche verstanden: die Abdichtung von Fugen im Hochbau, die Flachdachabdichtung und die Bauwerksabdichtung. Die Abdichtung dient dem Schutz des GebĂ€udes vor Wasser und Feuchtigkeit (gemĂ€ĂŸ DIN 18195). Sie bedeckt oder umschließt gefĂ€hrdete Bauteile: z.B. werden KelleraußenwĂ€nde gegen versickerndes Niederschlagswasser, Bodenfeuchtigkeit und aufsteigendes Grundwasser mittels bituminöser Anstriche, Spachtelmasse oder Bitumenbahnen abgedichtet, horizontal erfolgt die Sicherung der KellerwĂ€nde durch Horizontalsperren. 

FlachdĂ€cher werden gegen Regen und Schneewasser durch bituminöse Dachbahnen (z.B. Schweißbahnen) geschĂŒtzt. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen sind Dachabdichtungen und Bauwerksabdichtungen zu unterscheiden.

Abdichtungsbahn

Abdichtungsbahnen werden fĂŒr die Abdichtung von Bauwerken oder Bauteilen unter der GelĂ€ndeoberkante verwendet. Dabei steht der Schutz vor Bodenfeuchtigkeit, Sicker- oder Schichtenwasser und vordrĂŒckendem Grundwasser im Vordergrund. Abdichtungsbahnen sind in der Regel beidseitig mit einer stĂ€rkeren Bitumenschicht versehen. 

AbgehÀngte Decke

abgdecke_sDie abgehĂ€ngte Decke ist eine nichttragende Decke, die an einer Unterkonstruktion befestigt wird. Die Unterkonstruktion besteht aus AbhĂ€ngern und Profilen aus Holz oder Metall. Die Profile werden bekleidet mit Profilholz, Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten oder speziellen Kassetten aus Aluminium- oder Edelstahlblechen. Der Vorteil einer abgehĂ€ngten Decke ist, dass KlimakanĂ€le, Installationsleitungen sowie eine Schall- oder WĂ€rmedĂ€mmung in die Decke integriert werden können. Voraussetzung fĂŒr eine DeckenabhĂ€ngung ist allerdings eine entsprechend große Raumhöhe.

Weitere und ausfĂŒhrliche Informationen zur abgehĂ€ngten Decke erhalten Sie auch bei Saint-Gobain Rigips.

Abschottung

Abschottung

Der Einbau von Abschottungen in WĂ€nde und Decken verhindert, dass sich im Brandfall Flammen und besonders Rauch und Gase von Raum zu Raum oder ĂŒber Geschosse ausbreiten können. Der Kabelschottbau kann als Weichschott oder Hartschott ausgefĂŒhrt werden. Ein Weichschott besteht aus den Komponenten Mineralfaserplatte, Brandschutz-Beschichtung und Brandschutzspachtel. Der Hauptbestandteil eines Hartschotts ist ein Brandschutzmörtel. 

FĂŒr grĂ¶ĂŸere Kabelschotts bietet sich das Weichschott an. Hier befinden sich die mit Brandschutzbeschichtung versehenen Kabel auf Kabelpritschen. Die Zwickel zwischen den Kabeln werden mit Spachtelmasse fugenlos verschlossen, ebenso die FlĂ€chen zwischen den Pritschen und den SchottrĂ€ndern. 

Insbesondere fĂŒr die DurchfĂŒhrung von Einzelkabeln eignet sich das Hartschott. Die beschichteten Kabel werden hierbei von der Mörtelmasse direkt umschlossen. Der durchgehĂ€rtete Mörtel kann jederzeit problemlos fĂŒr die Aufnahme zusĂ€tzlicher Kabel durchgebohrt werden. Ebenso können nicht mehr benötigte Kabel entfernt und die entstandenen Öffnungen durch Nachlegen von Mörtelmasse aufgefĂŒllt werden. 

Sogenannte Kombischotts ermöglichen die gleichzeitige Belegung mit Kabeln, Rohren und Leitungen. FĂŒr die Abschottung von Schotts und speziell von Kombischotts eignen sich Brandschutzkissen, Brandschutzmörtel, Brandschutzschaum und Brandschutzsteine.

Abseite

Bei einer Abseite handelt es sich um den (meist nicht zugÀnglichen oder nutzbaren) Zwischenraum zwischen einem Kniestock und einer vorgesetzten leichten Trennwand im Dachgeschoss eines GebÀudes. Die Trennwand wird daher auch als Abseitenwand bezeichnet. Soll der Raum hinter der Abseitenwand als Abstellraum genutzt werden, muss eine entsprechende Wandöffnung vorgesehen werden.

Wichtig dabei ist jedoch, dass dann die erforderliche WĂ€rmedĂ€mmung mit der zugehörigen Dampfsperre in der Dachebene ĂŒber den Kniestock bis zur DĂ€mmung der Außenwand hinweggefĂŒhrt wird, damit keine FeuchtigkeitsschĂ€den und/oder WĂ€rmebrĂŒcken entstehen.

Acrylatkleber

Acrylat Klebstoffe sind synthetisch gewonnene Klebstoffe. Die vorteilhaften Eigenschaften von Acrylat-Klebstoffen, liegen in ihrer hohen Alterungs- und TemperaturbestÀndigkeit sowie ihrer Unempfindlichkeit gegen UV-Strahlung und Oxidation.

Der passende Kleber fĂŒr fast jeden Folientyp ist der Acrylatkleber. Dieser vielseitige Haftklebstoff kann fĂŒr fast alle Anwendungen verwendet werden. Man unterscheidet zwischen einem wasserbasierten Acrylatkleber und einem lösemittelbasierten Acrylatkleber. Seine hervorragende AlterungsbestĂ€ndigkeit bietet viele Vorteile bei z. B. auch UV bestĂ€ndigen Folien wie Fensterfolie und Sichtschutzfolie.

Folien können Sie mit einem Acrylatkleber auch besonders gut nassverkleben. Bei einem wasserbasierten kann es zu leichten TrĂŒbungen kommen, welche i.d.R. nach kurzer Zeit verschwinden.

Akustikdecke

Akustikdecken sind leichte Deckenbekleidungen und Unterdecken, die die auftretenden Schallwellen in möglichst hohem Maße absorbieren und eine Schallreflexion nur bedingt zulassen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Akustikdecken. Zum einen verwendet man poröse Decklagenelemente aus schallschluckenden, offenporigen, homogenen Materialien wie Holzwolleleichtbauplatten, Leichtspanakustikplatten oder Mineralfaserplatten. Zum anderen kommen perforierte Decklagenelemente aus gelochten TrĂ€gerschalen mit hinterlegtem Schallschluckmaterial zum Einsatz. Auch auf Fuge angeordnete Decklagenelemente mit aufgelegtem Schallschluckmaterial und unterseitig schwarzer Vlieskaschierung können Bestandteil einer Akustikdecke sein.

ZusÀtzliche Informationen zu Akustikdecken und -systemen erhalten Sie auch bei Saint-Gobain Rigips.

Altbau

Als Altbau wird ein WohngebĂ€ude ĂŒberwiegend aufgrund seiner Beschaffenheit und der wĂ€hrend bestimmter Zeitperioden ĂŒblichen Bauweise bezeichnet. Hiermit ist im Wesentlichen die bis zum Zweiten Weltkrieg ĂŒbliche Bauweise im Wohnungsbau gemeint, bei der typischerweise MauerwerkswĂ€nde, Holzbalkendecken und Kastenfenster verwendet wurden. Der Beginn der BauausfĂŒhrung von BetonwĂ€nden und -decken sowie Verbund- und Isolierglasfenstern markiert deshalb allgemein das Ende der AltbauĂ€ra und wird in Deutschland meist auf das Jahr 1949 datiert. In dieser Weise wird der Begriff zum Beispiel auch im Berliner Mietspiegel definiert und verwendet. Ein weiteres Kriterium, das gern als typisch fĂŒr einen GrĂŒnderzeitaltbau genannt wird, ist die lichte Raumhöhe von mehr als 3,00 Metern. Der Begriff steht im Gegensatz zum Begriff des Neubaus.

Aluminium-Folie

Aluminium-Folie findet im Baubereich vor allem als Dampfsperre Verwendung. Sie lĂ€sst sich aufkleben oder auf DĂ€mmplatten und -matten kaschieren. Wird verwendet bei DĂ€chern und AußenwĂ€nden, wenn Feuchtigkeitstransport nicht erwĂŒnscht ist. Zudem ist die Folie alterungsbestĂ€ndig.

Aluminiumdach

AluminiumdĂ€cher bewĂ€hren sich schon seit Jahrzehnten bei Neu- und Altbauten sowie fĂŒr Warmdach- und Kaltdachkonstruktionen. Walzblankes Aluminium bildet mit dem Sauerstoff der Luft eine bestĂ€ndige Schutzschicht. Diese wird im Laufe der Jahre immer hĂ€rter und erneuert sich, wenn sie mechanisch entfernt worden ist. Oft haben AluminiumdĂ€cher eine Farbbeschichtung. So kann man das Dach der Umgebung anpassen. Diese Beschichtungssysteme bieten aber auch Schutz vor UmwelteinflĂŒssen wie beispielsweise saurem Regen. Farbaluminium zeichnet sich gegenĂŒber anderen FlĂ€chenbekleidungen durch seine KorrosionsbestĂ€ndigkeit aus.
Die Dacheindeckung erfolgt mit Aluminiumblechen, die unterschiedliche Querschnitte und Profile besitzen. Bei Kontakt mit anderen Bauteilen oder Befestigungsmitteln aus Stahl, Zink, Messing, Kupfer oder Blei besteht die Gefahr der Kontaktkorrosion. Aluminium ist sehr leicht. Die Anforderungen an die Statik der Unterkonstruktion fallen dementsprechend niedriger aus. Durch großflĂ€chige Alu-Dach-Elemente lĂ€sst sich ein schneller und einfacher Fortschritt erzielen.
 

Anpresslatte

Anpresslatte

Anpresslatten sind eigentlich ganz normale Dachlatten. Sie sind bei der Herstellung der Luftdichtheit von GebĂ€udehĂŒllen, wie sie die Energieeinsparverordnung vorschreibt, ein wichtiges Hilfsmittel. Sie werden dazu verwendet, den Anschluss einer Dampfsperre an die Giebelwand herzustellen. Die Dampfsperre wird auf die Giebelwand etwas ĂŒberlappend verlegt. In die Fuge zwischen DachflĂ€che und Giebelwand wird ein vorkomprimiertes Fugenband gelegt und darauf kommt die Anpresslatte. Diese wird angeschraubt oder angenagelt. Dabei wird zwar die Dampfsperre beschĂ€digt. Der dabei entstehende Schaden ist jedoch so gering, dass keine BeeintrĂ€chtigung der Funktion der Dampfsperre zu befĂŒrchten ist. Heute werden ĂŒberwiegend Klebstoffe angeboten, welche die gleiche Funktion ĂŒbernehmen. Die Luftdichtheit soll ein ganzes GebĂ€udeleben anhalten.

AufsparrendÀmmung

Eine AufsparrendĂ€mmung ist eine DĂ€mmung ĂŒber den Sparren. Sie ist damit eine wĂ€rmebrĂŒckenarme DachdĂ€mmung, da sie die WĂ€rmebrĂŒcke Holz wirksam ĂŒberbrĂŒckt.
AufsparrendÀmmungen werden z.B eingesetzt, wenn das Dach komplett, d.h. bis in den First ausgebaut und beheizt wird und die Sparren bzw. die Dachstuhlkonstruktion sichtbar bleiben soll.
 

AußendĂ€mmung

Als AußendĂ€mmung wird diejenige DĂ€mmung bezeichnet, die außen an der Fassade angebracht wird. HĂ€ufig werden auch komplette WĂ€rmedĂ€mmverbundsysteme verwendet. EPS und PUR-DĂ€mmplatten haben einen hohen Dampfdiffusionswiderstand, Mineralwolle ist diffusionsoffen und nicht brennbar. Die DĂ€mmstoffe werden auf der Fassade aufgebracht. FĂŒr den nötigen Schutz sorgen Putzschichten oder andere wetter- und windabweisende Schichten. Die AußendĂ€mmung hat im Vergleich zur InnendĂ€mmung die meisten Vorteile, so dass ihr, wenn möglich, den Vorzug gegeben werden sollte. Da bei der AußendĂ€mmung die massive Wand auf der warmen Innenseite liegt, ist man vor SchĂ€den durch Tauwasserbildung in der Regel sicher. Sollte die Heizung mal streiken, bleibt das GebĂ€ude lĂ€nger warm. FensterbĂ€nke, AußentĂŒr- und Fensterlaibungen können in die DĂ€mmung mit einbezogen werden. Bestehende WĂ€rmebrĂŒcken können weitgehend beseitigt werden.

Außenwandbekleidung

Außenwandbekleidungen werden an tragenden Wandkonstruktionen aus schuppen- oder tafelförmig angebrachten ebenen oder profilierten klein- oder großformatigen Elementen hergestellt. Sie werden auch Fassadenbekleidung, Außenwandverkleidung oder nur Außenverkleidung genannt. Außenwandbekleidungen erbringen den Regenschutz, schĂŒtzen gegen andere Einwirkungen aus der AtmosphĂ€re sowie gegen mechanische Beanspruchungen und dienen der Gestaltung und verbessern die WĂ€rmedĂ€mmung. Die Außenwandbekleidung kann direkt auf der Fassade befestigt werden oder hinterlĂŒftet hergestellt werden. Bei einer HinterlĂŒftung werden die Bekleidungen auf einer Unterkonstruktion aus Holz (im Einfamilienhausbau) oder aus Metall (im Gewerbebau) befestigt. Unterschieden werden die sichtbare Befestigung und die verdeckte Befestigung einer Außenwandbekleidung.

Ausfachung

Zu einem Fachwerkhaus gehört, wie der Name schon verrĂ€t, ein "Fach" - oder wie die Zimmerleute sagen: ein Gefach. Ein Gefach bezeichnet also den Zwischenraum zwischen StĂ€ndern, Schwellen, RĂ€hmen und Riegeln. Ein solches Gefach muss ausgefacht werden - es sei denn, man setzt eine TĂŒr oder ein Fenster ein. Ausfachungen im Fachwerkbau werden klassisch ausgefĂŒhrt mit Ziegeln als Sichtmauerwerk oder durch eine Holzstakung, die mit Lehm beworfen wird, der dann seinerseits verputzt wird. Bei modernen Fachwerkbauten werden fĂŒr Ausfachungen auch Leichtbetonsteine verwendet, die anschließend ebenfalls verputzt werden. Von einer Ausfachung ist aber auch die Rede, wenn im modernen Stahlbetonbau die FlĂ€chen zwischen StahlbetonsĂ€ulen ausgemauert werden. Auch bei reinen Stahlbauhallen können die FlĂ€chen zwischen den EisentrĂ€gern ausgefacht werden.

AusgleichsschĂŒttung

Eine AusgleichsschĂŒttung, die gleichzeitig auch immer eine SchĂŒttdĂ€mmung ist, wird erforderlich, wenn unebene Geschossdecken, insbesondere die in Altbauten vielfach anzutreffenden Holzdecken, bei Renovierungsmaßnahmen ausgeglichen werden sollen. FĂŒr AusgleichsschĂŒttungen, auf die in der Regel ein Trockenestrich ausgebracht wird, bietet die Industrie unterschiedliches SchĂŒttgut an, z.B. BlĂ€hton, Perlite, BlĂ€hglas-Granulat, Zelluloseflocken oder Korkgranulat. 

B

Bauakustik

Die Bauakustik ist neben der Raumakustik ein Teilgebiet der Akustik. Sie beschĂ€ftigt sich mit der SchalldĂ€mmung, welche physikalisch gesehen ein Maß der UndurchlĂ€ssigkeit von RaumflĂ€chen fĂŒr Schall ist. In der Praxis werden darunter alle Maßnahmen verstanden, die der EindĂ€mmung von LĂ€rm dienen. Der LĂ€rm kann entweder von draußen kommen oder innerhalb des GebĂ€udes entstehen und weitergeleitet werden. Maßnahmen zum Schutz vor LĂ€rm von draußen sind der Einbau von Schallschutzfenstern und SchallschutztĂŒren. Auch die WĂ€rmedĂ€mmung kann zugleich eine Schallschutzfunktion ĂŒbernehmen. Zum Schutz vor der Übertragung von LĂ€rm von einer zur anderen Etage kommen abgehĂ€ngte Decken oder TrittschalldĂ€mmung in Frage. Auch Installationsleitungen mĂŒssen gedĂ€mmt werden, soll man nicht die KlospĂŒlung von Nachbarn im ganzen Haus hören.

Baubiologie

Baubiologie ist ein Sammelbegriff fĂŒr die umfassende Lehre der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner gebauten Umwelt, aber auch die umweltfreundliche und schadstofffreie AusfĂŒhrung der Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken. 

Das Ziel eines „gesunden Bauens und Wohnens“ soll durch die ganzheitliche Betrachtung physiologischer, psychologischer, architektonischer und physikalisch-technischer ZusammenhĂ€nge und der Wechselwirkung zwischen Bauwerk, Nutzer (Bewohner) und dessen Umwelt erreicht werden. Baubiologische GrundsĂ€tze finden neben dem Bau von Wohnungen auch bei der Errichtung von SchulgebĂ€uden, KrankenhĂ€usern und KindergĂ€rten Verwendung.

Als BegrĂŒnder der Baubiologie in Deutschland, einem VorlĂ€ufer des ökologischen Bauens gilt der Arzt Hubert Palm, der mit zahlreichen VortrĂ€gen in den 1960er Jahren bekannt wurde. Sein Buch „Das gesunde Haus" ist ein Grundlagenwerk der Baubiologie. Pionierprojekte und erste baubiologische Architektenkreise entstanden Anfang der 1970er Jahre, besonders im sĂŒddeutschen Raum, unter anderem das Institut fĂŒr Baubiologie in Rosenheim und der Bund fĂŒr Architektur & Baubiologie (BAB), dem VorlĂ€ufer des Bund Architektur &Umwelt (B.A.U.) in Deutschland. Baubiologen beschĂ€ftigen sich mit dem Wohn- und Arbeitsumfeld der Menschen. Ihr TĂ€tigkeitsfeld erstreckt sich von der Beratung zu gesundem Schlafen und Wohnen, ĂŒber die gezielte Analyse belastender Raumfaktoren, bis hin zur Verbreitung baubiologischen Wissens durch VortrĂ€ge, Seminare, Fachliteratur und Kongresse.
Baubiologische Messtechniker fĂŒhren Untersuchungen zu nachweislich schĂ€dlichen Faktoren wie Schadstoffen und Schimmelpilzen, oft auch zu physikalischen GrĂ¶ĂŸen wie elektrische und magnetische Wechselfelder und elektromagnetischen Wellen im Rahmen der elektromagnetischen UmweltvertrĂ€glichkeit oder LĂ€rm durch. Sie werden insbesondere von Menschen, die unter ElektrosensibilitĂ€t, Multipler ChemikalienunvertrĂ€glichkeit oder anderen umweltbedingten BeeintrĂ€chtigungen leiden, in Anspruch genommen. Innenraumfaktoren können die Menschen je nach persönlicher Konstitution und Vorbelastungen unterschiedlich belasten. Ein weiteres Ziel der Baubiologie ist auch die Schonung der natĂŒrlichen Ressourcen und die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur. 

Bauen im Bestand

Unter dem Bestand verstehen Bauingenieure und Architekten den jeweiligen Jetzt-Zustand eines GebĂ€udes. Unter Bauen im Bestand ist damit zu verstehen, dass in einem bestehenden GebĂ€ude Umbauten vorgenommen werden, die u. U. zu einer kompletten NutzungsĂ€nderung fĂŒhren.
Als bekannte Maßnahmen sind hier zu erwĂ€hnen der Umbau ehemaliger Kornspeicher im Hamburger oder Londoner Hafen in BĂŒro und Wohneinheiten, der Einbau von Wohnungen in eine aufgelassene Kirche oder aber der Einbau von Lofts in ehemalige FabrikgebĂ€ude. "Bauen im Bestand" ist inzwischen auch ein Studienschwerpunkt fĂŒr angehende Bauingenieure und Architekten und gilt als BetĂ€tigungsfeld mit Zukunft angesichts der steigenden Zahl leerer Industrie- und Gewerbeimmobilien und der Knappheit an Baugrund.

Bauwerksabdichtung

Bauwerksabdichtungen sind wasserdichte AbschlĂŒsse von GebĂ€udeteilen zum Schutz des Bauwerkes gegen Feuchtigkeit oder Wasser. Es gibt Dicht- und Sperrstoffe als Bahnen aus Pappe, Metall- oder Kunststofffolien, sowie gießbare Massen aus mineralischen oder organischen Bestandteilen. Ebenfalls zum Abdichten von Bauwerken verwendet man DichtschlĂ€mme. Bei der Kellerabdichtung wird unterschieden nach Maßnahmen gegen Bodenfeuchtigkeit, nicht drĂŒckendes Wasser, von außen drĂŒckendes Wasser und von innen drĂŒckendes Wasser.
Druckwasserdichte Abdichtung von Fugen, FlĂ€chen und Rohrdurchdringungen bei Kellerbauwerken (Neubau und Sanierung): Zu den bekannten Keller-Abdichtungen mit Bitumenprodukten gibt es druckwasserdichte Alternativen und Schnittstellen-Lösungen fĂŒr die Fugenabdichtung von WU-Betonkellern. 

Behaglichkeit

In der Wohnung ist es unangenehm kĂŒhl, obwohl die Heizkörper seit Stunden voll aufgedreht sind - dieses PhĂ€nomen beklagen vor allem viele Menschen, die im Altbau wohnen. Zugleich zieht es aus allen Ritzen und die Luft ist staubtrocken.
Auch wenn die meisten Leute glauben, dass dafĂŒr die Heizkörper verantwortlich sind, liegt die Ursache vor allem im schlechten WĂ€rmeschutz der AußenwĂ€nde und der Fenster des Hauses begrĂŒndet. Wenn es an der richtigen DĂ€mmung fehlt, bleiben nĂ€mlich diese FlĂ€chen selbst dann vergleichsweise kalt, wenn die Raumtemperatur lĂ€ngst ĂŒber die 20 °C-Marke geklettert ist. Bei ungedĂ€mmten Altbauten liegen im Winter die Temperaturen der WĂ€nde meist bei maximal 15 °C, oft sogar bei lediglich 5 °C. Mit den ihn umgebenden WandflĂ€chen steht der Mensch aber in stĂ€ndigem Strahlungsaustausch. Er strahlt also WĂ€rme ab und nimmt gleichzeitig WĂ€rme auf. Je grĂ¶ĂŸer das GefĂ€lle zwischen Körper- und Wandtemperatur, umso mehr WĂ€rme liefern die Bewohner zwangslĂ€ufig ab.Der Negativeffekt ist das erwĂ€hnte FröstelgefĂŒhl.
FĂŒr die Behaglichkeit ist also nicht nur die erzielte Lufttemperatur von Belang. Ebenso wichtig ist auch die Temperatur aller den Raum umgebenden FlĂ€chen, worunter auch die Fenster zu verstehen sind. Optimal ist es, wenn Luft- und Wandtemperatur nur um maximal 2 °C differieren. Der Temperaturunterschied zwischen Außen- und InnenwĂ€nden sollte maximal 5 °C betragen.

Belegreife

Estriche aus Nassmörtel mĂŒssen vor dem Belegen mit Holz, Fliesen oder sonstigen BelĂ€gen austrocknen, andernfalls sind FolgeschĂ€den wie Ablöseerscheinungen vorprogrammiert. Besonders kritisch sind dampfdichte oder dampfempfindliche BelĂ€ge.
Ein Estrich gilt dann als "belegreif", wenn er mindestens seine Nennfestigkeit erreicht hat und auf die Gleichgewichtsfeuchte ausgetrocknet ist. Darunter versteht man den Zustand eines Baustoffes, bei dem sich sein Wassergehalt im Gleichgewicht mit der umgebenden Raumluft befindet. Die Gleichgewichtsfeuchte wird beeinflusst von Temperaturschwankungen, der relativen Luftfeuchtigkeit der Umgebung sowie dem Feuchtigkeitsgehalt anderer Bauteile. Auch die Dicke des Estrichs wirkt sich auf den Trocknungsprozess aus. Als Beurteilungsmaßstab fĂŒr die Belegreife gilt der Restfeuchtegehalt des Estrichs, auch Ausgleichsfeuchte, Gleichgewichtsfeuchte oder Haushaltsfeuchte genannt.
Achtung: Die Mindest-ErhĂ€rtungszeiten, welche DIN 18560 vorgibt (zum Beispiel 28 Tage fĂŒr Zementestriche), sind nicht automatisch mit der Belegreife gleichzusetzen. Zur Bestimmung des Restfeuchtegehalts wird zum Beispiel die Calciumcarbid-Methode herangezogen.

Beplankung

Die Beplankung ist ein flÀchiges Tragelement konstanter Dicke beispielsweise beim Fertighaus. Die Beplankung einer Holztafel kann aus einer oder mehreren Platten bestehen. Die Beplankung kann auch mittragend sein. Sie ist aussteifend, wenn sie zur Knick- und/oder Kippaussteifung der Rippen dienen soll. Die aussteifende Wirkung muss nicht notwendig rechnerisch nachgewiesen werden.

Besandete Bitumen-Dachdichtungsbahn

Rollbare Bahn, die aus einer TrĂ€gereinlage besteht, welche mit Bitumen getrĂ€nkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen und gleichmĂ€ĂŸig mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer GrĂ¶ĂŸe bis etwa 1 mm bestreut ist (siehe auch besandet).

Beton

Beton ist ein im Bauwesen vielfĂ€ltig verwendeter Baustoff. Er wird hergestellt aus einem Gemisch aus Zement, Wasser und Zuschlag. Diesem Gemisch können Zusatzmittel beigefĂŒgt werden, die die Konsistenz oder Verarbeitbarkeit positiv beeinflussen. Beton ist zwar ein Baustoff, ohne den die moderne Bauwirtschaft nicht bestehen könnte, aber er ist kein moderner, sondern ein historischer Baustoff - schon die alten Römer stellten Beton her. Selbst ökologische Bauweisen kommen ohne Beton nicht aus. Mindestens die Bodenplatte eines Holzhauses ist...aus Beton! Sieht man von Einfachst-Betonierungen ab (Loch fĂŒr Gartenzaun mit Beton verfĂŒllen), muss vor dem Einbringen von Beton eine Schalung hergestellt werden. Beton, der nicht nur konstruktive, sondern auch optische Aufgaben hat Ă€hnlich dem Sichtmauerwerk, wird Sichtbeton genannt. Wegen seiner relativ hohen Druckfestigkeit kann Beton fĂŒr Bauteile, die auf Druck beansprucht sind, gut und wirtschaftlich eingesetzt werden. Andererseits ist Beton wegen seiner geringen Zugfestigkeit fĂŒr Bauteile, die auf Biegung oder Zug beansprucht werden, nur beschrĂ€nkt verwendbar. Durch Verbindung mit Stahl zu Stahlbeton- oder Spannbetonkonstruktionen wird er jedoch zu einem universellen Baustoff.

Bilanz U-Wert

Sonne scheint bekanntlich durch Glas. Dadurch erwĂ€rmt sich das Innere des GebĂ€udes. Doch nicht ĂŒberall scheint die Sonne gleichlang und mit gleicher IntensitĂ€t. Geht das Fenster z.B. in Richtung Norden, bekommt man Sonne höchstens mal schrĂ€g von der Seite. Deshalb wird in AbhĂ€ngigkeit von der Himmelsrichtung ein Strahlungskoeffizient festgelegt. DarĂŒber hinaus lĂ€sst nicht jedes Glas gleich viel Sonne durch. Maßgebend hierfĂŒr ist der g-Wert. Der Bilanz U-Wert setzt sich dementsprechend zusammen aus dem U-Wert des Fensters, dem Strahlungskoeffizienten S und dem g-Wert.

Bitumenbahnen

Nackte Bitumenbahnen sind Dichtungsbahnen ohne Deckschichten. Sie werden an Ort und Stelle mit Bitumen verklebt. Die nackte Pappe dient dabei nur als TrĂ€ger der Abdichtung. Die eigentliche Abdichtung wird durch das Bitumen bewirkt. Bitumenbahnen werden beispielsweise zur Abdichtung gegen Grundwasser oder zur Dachabdichtung verwendet. Bitumenbahnen gibt es in den unterschiedlichsten AusfĂŒhrungen und mit verschiedenen TrĂ€gereinlagen. GebrĂ€uchliche TrĂ€gereinlagen sind z.B. Polyestervlies, Glasgewebe, Glasvlies, MetallbĂ€nder oder Metall-Kunststoff-Verbund. Die verwendeten Bitumenbahnen werden mit Kurzzeichen gekennzeichnet. So steht PYE z.B. fĂŒr Elastomerbitumen und PYP fĂŒr Plastomerbitumen. KSP ist hingegen das Kurzzeichen fĂŒr Kaltselbstklebende Polymerbitumenbahn.

Blauer Engel

Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein seit 1978 vergebenes PrĂŒfsiegel/GĂŒtesiegel fĂŒr besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.

Derzeit sind folgende Institutionen am Vergabeverfahren beteiligt:
Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, fungiert als Zeicheninhaber und informiert die Öffentlichkeit.
Umweltbundesamt, nimmt AntrĂ€ge entgegen und legt sie nach PrĂŒfung und Bewertung der Jury vor. RAL Deutsches Institut fĂŒr GĂŒtesicherung und Kennzeichnung e.V., als Zeichenvergabestelle, fĂŒhrt die Expertenanhörungen durch und prĂŒft, ob die Anforderungen erfĂŒllt werden. Jury Umweltzeichen („Jury UZ“), das unabhĂ€ngige Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und VerbraucherverbĂ€nden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und BundeslĂ€ndern, hat im Vergabeverfahren das letzte Wort und trifft die eigentliche Vergabeentscheidung. Dieses Umweltzeichen wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren und den fĂŒr Umweltschutz zustĂ€ndigen Ministern der BundeslĂ€nder ins Leben gerufen und soll dort, wo herkömmliche Produkte die Umwelt belasten, umweltfreundliche Entwicklungen und Alternativen erkennbar machen. Unsichtbares soll fĂŒr Verbraucher, Handel und Hersteller sichtbar werden. Das Umweltzeichen wird an die Hersteller verliehen und diese können auf freiwilliger Basis ihre Produkte damit kennzeichnen. Jeder kann beim Umweltbundesamt auszeichnungswĂŒrdige Produkte vorschlagen.

Der Blaue Engel ist Mitglied im Global Ecolabelling Network (GEN), einen Interessenverband von 26 Umweltzeichen-Organisationen weltweit.

Blower-Door-Test

Blower-Door-TestDer Blower-Door-Test ist ein Luftdichtigkeitstest bei WohngebĂ€uden und hat durch die EnEV (heute GEG) insofern besondere Bedeutung erlangt, als nur durch diesen Test die vom Gesetzgeber geforderte absolute Luftdichtigkeit des GebĂ€udes nachgewiesen werden kann. Beim Test wird bei geschlossenen Fenstern und AußentĂŒren mit einem großen Ventilator bei konstantem Unterdruck (50 Pascal) Raumluft aus dem Haus geblasen. Durch die Messung des von dem GeblĂ€se geförderten Volumenstroms bei unterschiedlichen Druckdifferenzen zwischen innen und außen wird die Luftwechselzahl n50 ermittelt. Die Bestimmung der Luftdichtheit von GebĂ€uden erfolgt nach ISO 9972. Demnach darf die Luftwechselzahl bei GebĂ€uden ohne LĂŒftungsanlagen den Kennwert 3 und bei GebĂ€uden mit LĂŒftungsanlagen den Kennwert 1,5 nicht ĂŒberschreiten.

Bodenplatte

Die Bodenplatte stellt die untere Abgrenzung eines GebĂ€udes dar. Sie liegt direkt auf dem Boden oder auf einer vorher verlegten Sauberkeitsschicht. Über der Bodenplatte geht es mit dem Kellergeschoss oder direkt mit dem Erdgeschoss weiter. 
Übernimmt die Bodenplatte auch die lastabtragende Funktion – leitet Sie also die Lasten in den Boden ĂŒber, spricht man auch von GrĂŒndungsplatte oder Platenfundament. Alternativ können Bodenplatten auch nicht lastabtragend sei, dann befinden sich unterhalb der tragenden WĂ€nde sogenannte Streifenfundamente. 

Brandschutz

Vorkehrungen zur BrandverhĂŒtung, aber auch die Sicherung der Fluchtwege und NotausgĂ€nge, sowie die Schaffung von Vorkehrungen fĂŒr einen erfolgreichen Feuerwehreinsatz (beispielsweise Zufahrten freihalten). Der vorbeugende Brandschutz fĂŒr Baumaßnahmen betrifft das Brandverhalten von Baustoffen, die in Feuerwiderstandsklassen festgelegt sind sowie das Brandverhalten von Bauteilen. Ein weiterer Gesichtspunkt ist auch die Verhinderung eines Übertritts von Feuer von einem Raum zum anderen durch geeignete Abschottung von Maueröffnungen, durch die Kabel und Rohre gefĂŒhrt werden. Der Brandschutz ist baugesetzlich geregelt; fĂŒr öffentliche GebĂ€ude und Gewerbebetriebe sind besonders strenge Auflagen zu erfĂŒllen, wobei auch berufsgenossenschaftliche Vorschriften zu beachten sind.

Brandwand

Element des Brandschutzes, das die Ausbreitung von BrĂ€nden verhindern soll. Eine Brandwand wird darauf ausgelegt, das sie 90 Minuten dem Feuer widerstehen soll. Sie wird in der Regel ĂŒber das Dach gefĂŒhrt, um einen FeuerĂŒberschlag oberhalb der Dachhaut zu verhindern. Die Brandwand soll selbst bei vollstĂ€ndiger Zerstörung eines angrenzenden Brandabschnittes noch ausreichend standsicher sein und darf nicht durch vom Feuer zerstörte und herunterfallende Bauteile ihre Funktion verlieren. BrandwĂ€nde werden erforderlich, wenn ein Bauwerk so nah an eine GrundstĂŒcksgrenze gebaut werden soll, dass ein BrandĂŒberschlag zum Nachbarn möglich ist. Eine Brandwand wird ebenfalls notwendig, wenn ein GebĂ€ude so groß ist, dass ein vollstĂ€ndiger Abbrand des GesamtgebĂ€udes nicht hingenommen werden kann. (In Deutschland ĂŒblicherweise bei GebĂ€uden mit einer LĂ€nge grĂ¶ĂŸer als 40m). In diesem Fall wird eine innere Brandwand gefordert.

Brettbekleidung

C

CO2-Bilanz

Die CO2-Bilanz soll ein Maß fĂŒr die nachhaltige, ökologisch-langfristige Betrachtung der Menge des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 bieten: Fast alles Leben auf unserer Erde bezieht seine Energie aus dem Prozess der Veratmung (z. B. Kohlenhydrate werden mit Sauerstoff umgesetzt – verbrannt – zu CO2 + Wasser). Tierische Organismen mĂŒssen das Substrat dafĂŒr mit der Nahrung aufnehmen, Pflanzen sind in der Lage, dieses mittels Fotosynthese (aus CO2 + Wasser werden Kohlenhydrate + Sauerstoff gebildet) selbst herzustellen. Seit der Entstehung des Lebens hat sich auf der Erde inzwischen ein Gleichgewicht mit einer konstanten CO2-Konzentration in der AtmosphĂ€re gebildet.

Reduziert man nun die CO2-Verbraucher (durch Zerstörung von fĂŒr Pflanzen verfĂŒgbaren Boden oder Verschmutzung der Meere), und setzt man „altes“ (z. B. in der Biomasse des Regenwaldes gebundenes) oder fossiles CO2, (bspw. aus Erdöl, Erdgas oder Kohle) frei, steigt der Kohlendioxidgehalt der Luft (was zum Treibhauseffekt fĂŒhrt), d. h., hier ist die CO2-Bilanz nicht ausgeglichen. Das wĂ€re sie genau dann, wenn beim Wachsen von BĂ€umen wieder genauso viel CO2 gebunden wird, wie bei der Verbrennung von z. B. Holz frei wird. Bei der „VerfĂŒtterung“ von Biomasse (Aufnahme von Kohlenstoffverbindungen) in der Nahrungskette geht der grĂ¶ĂŸte Teil als Energieverbrauch durch Veratmung (unter Ausatmung von CO2) wieder verloren. Wichtige natĂŒrliche Kohlenstoffspeicher sind z. B. außer WĂ€ldern auch Humus-bildende Böden (Schwarzerde) oder bestimmte Lebewesen im Meer, deren tote kohlenstoffhaltige Biomasse sich am Meeresboden ablagert. CO2-Bilanzen sind nicht leicht aufzustellen, da diverse Nebenfaktoren die Rechnung erschweren (in unserem Beispiel: Das Holz muss auch wieder unter Energieaufwendung transportiert werden, auch der Ofen braucht zu seiner Herstellung Energie und selbst GetrĂ€nke, welche der HolzfĂ€ller „verbraucht“, wurde unter CO2-Freisetzung hergestellt), jedoch ist auch eine grobe AbschĂ€tzung durchaus sinnvoll.

Die Erstellung einer CO2-Bilanz kann sowohl die Aufgabe spezieller Studien sein, vermehrt werden CO2-Bilanzen jedoch auch von Unternehmen im Kontext ihres Nachhaltigkeitsberichtes erstellt. Betriebliche Verfahren des Rechnungswesens, die der Erstellung einer CO2-Bilanz dienen, werden als Carbon-Accounting bezeichnet.

D

Dach

Wichtiger Teil der GebĂ€udehĂŒlle. DĂ€cher werden in vielfĂ€ltigen Formen vom Flachdach bis zum KrĂŒppelwalmdach und mit unterschiedlichen Materialien vom Tondachziegel bis zur Dachbahn hergestellt. Tragekonstruktion fĂŒr das Dach ist der Dachstuhl, allerdings kommt das Massivdach ohne Dachstuhl aus. Was die WĂ€rmedĂ€mmung betrifft, so gibt es das System des Kaltdachs oder des Warmdachs, beim Flachdach auch des Umkehrdachs. In Deutschland werden SteildĂ€cher ĂŒberwiegend mit Tondachziegeln gedeckt. Beliebt, wenn auch aufwĂ€ndig, ist die Eindeckung mit dem historischen Naturbaustoff Schiefer. Der Dachstein aus Beton ist eine weitere Alternative. Das Metalldach hat auch im Bereich des privaten Hausbaus Liebhaber gefunden.

Dachaufbau

Je nachdem, ob es sich um ein Steildach oder Flachdach, ein Warmdach oder Kaltdach handelt, ist der Dachaufbau unterschiedlich. DarĂŒber hinaus kommt es bei einem Steildach noch darauf an, ob es ausgebaut ist oder nicht, eine AufsparrendĂ€mmung, ZwischensparrendĂ€mmung oder UntersparrendĂ€mmung vorgenommen wird. Ein Dachaufbau fĂŒr ein ausgebautes Dachgeschoss ist beispielsweise (von innen nach außen): Gipskartonplatten, Traglattung, Dampfbremse, Klemmfilz zwischen den Sparren, Unterdeckbahn, Konter- und Traglattung, Dacheindeckung (siehe Dachdeckung).

Dachausbau

Als Dachausbau wird der Ausbau eines Dachgeschosses (meistens) fĂŒr Wohnzwecke bezeichnet.
GrundsĂ€tzlich gilt: Wer ein Dach ausbaut, muss die entsprechenden baurechtlichen Bestimmungen einhalten. Das sind im Wesentlichen die Vorschriften des Bundesbaugesetzes und die der jeweiligen Landesbauordnung. So ist beispielsweise sicherzustellen, dass die Bausubstanz einen Ausbau ĂŒberhaupt zulĂ€sst. Außerdem sind die jeweiligen Vorgaben fĂŒr die WĂ€rmedĂ€mmung sowie fĂŒr den Schall- und Brandschutz einzuhalten.
Auch wenn hĂ€ufig der Dachgeschoss-Ausbau fĂŒr Besitzer von EinfamilienhĂ€usern nicht genehmigungspflichtig ist, sollte immer das zustĂ€ndige Bauamt oder ein Architekt bzw. Planer zu Rate gezogen werden. FĂŒr die Raumplanung ist zunĂ€chst die Dachform von großer Bedeutung. Hohe und steile DĂ€cher wie zum Beispiel SatteldĂ€cher bieten die besten Voraussetzungen fĂŒr einen Ausbau. Die meisten Landesbauordnungen verlangen, dass die HĂ€lfte der GrundflĂ€che ĂŒber eine Raumhöhe von mindestens 2,40 Metern verfĂŒgt.
Möglichst frĂŒhzeitig sollte man sich auch ĂŒber den Zugang zum Dachgeschoss Gedanken machen. WĂ€hrend einlĂ€ufige Treppen den direktesten Weg nach oben bieten, stellen Spindeltreppen eine besonders platzsparende Lösung dar. Bei der Planung der Heizung sowie der Wasser- und StromanschlĂŒsse ist fachmĂ€nnischer Rat empfehlenswert. So sollte ein Installateur im Vorfeld prĂŒfen, ob der Anschluss an die Ver- und Entsorgungsleitungen des Hauses gewĂ€hrleistet ist. Ein entscheidender Faktor fĂŒr hohe WohnqualitĂ€t im ausgebauten Dachgeschoss ist die Tageslichtplanung. Hier erweisen sich Dachwohnfenster als ideale Lösung.

Dachbahn

Eine Dachbahn ist eine auf der Basis von Bitumen hergestellte elastische Abdichtungsbahn, die vorwiegend auf FlachdĂ€chern verlegt und verschweißt wird. Dachbahnen werden auch in "besandeter" oder beschieferter AusfĂŒhrung oder in Kombination mit aufkaschierten DĂ€mmstoffen hergestellt. ErhĂ€ltlich sind auch Dachbahnen speziell fĂŒr die Kaltverklebung. Im letzten Jahrzehnt hat die Industrie stĂ€ndig an einer Weiterentwicklung der Witterungs- und Hitzeresitenz gearbeitet und Dachbahnen entwickelt, die hoch belastbar sind. Elastomer-Bitumenbahnen neuester Technik sind kalt biegbar bis -35° und hitzebestĂ€ndig bis ca. 115°. Dennoch haben alle Dachbahnen den Schwachpunkt, durch mechanische Beanspruchung beschĂ€digt werden zu können. Entsprechend vorsichtig mĂŒssen FlachdĂ€cher begangen werden, die mit Dachbahnen ausgelegt sind. Neben den Dachbahnen auf Bitumenbasis gibt es auch welche aus PVC (siehe PVC-Dachbahn).

Dachbalkenlage

Die Dachbalkenlage bezeichnet die Balkenlage, welche ein GebĂ€ude nach oben abschließt. Sie ist also die Tragkonstruktion von FlachdĂ€chern oder die oberste Geschossbalkenlage zum Dachraum.

DachbegrĂŒnung

Dachboden

Dachbodentreppe

Dachbodentreppen sind eine platzsparende Treppenverbindung zu DachrĂ€umen. HĂ€ufig findet man nur eine Luke und eine Treppe, die bei Bedarf ausgeklappt wird. Die gĂ€ngigen Modelle basieren auf einem Scheren-, Auszugs- oder Faltmechanismus, wobei der Raumbedarf bei einem Faltmechanismus wĂ€hrend des Ausklappvorgangs etwas grĂ¶ĂŸer ist als bei den beiden anderen Systemen. Wem das ewige auf und zu der Luke zu mĂŒhselig ist, kann sich auch fĂŒr eine Raumspartreppe oder Sambatreppe entscheiden. Diese ist laut Gesetz nur als Zugang zu Speichern, jedoch nicht zu WohnrĂ€umen erlaubt.

DachdÀmmung

DĂ€cher mĂŒssen wĂ€rmegedĂ€mmt werden, das ist nach GEG bindende Vorschrift. Man unterscheidet zwischen einer TeilflĂ€chendĂ€mmung - bekannterer Begriff ZwischensparrendĂ€mmung - und einer VollflĂ€chendĂ€mmung. Bei der Renovierung von Altbauten hat man meist keine andere Wahl, als eine ZwischensparrendĂ€mmung herzustellen. Es sei denn, es steht eine Neudeckung des Dachstuhls an. Dann ist auch eine VollflĂ€chendĂ€mmung möglich. Die VollflĂ€chendĂ€mmung oberhalb der Sparren (AufsparrendĂ€mmung) hat einige Vorteile gegenĂŒber der herkömmlichen ZwischensparrendĂ€mmung: Durch die vollflĂ€chige Verlegung entfallen die WĂ€rmebrĂŒcken im Bereich der Sparren, was natĂŒrlich im Zuge des neuen GEG von sehr großer Bedeutung ist. Zudem ist die Sparrenhöhe nur nach statischen Erfordernissen zu bemessen. Als Materialien fĂŒr die DachdĂ€mmung kommen z.B. Mineralwolle, PUR-Hartschaum, Schaumkunststoffe aus EPS oder HolzfaserdĂ€mmplatten zum Einsatz.

Dachdeckung

Unter Dachdeckung wird das Bedecken der Ă€ußersten Schicht des Daches verstanden. Sie hat die Funktion, gegen die Witterung zu schĂŒtzen. Hierzu kommen unterschiedliche Materialien infrage, z.B. Dachziegel und Dachsteine, aber auch Metall, Schiefer, Bitumendachschindeln oder Reet. Nicht jedes Material ist fĂŒr jede Dachkonstruktion geeignet.

Die Dachdeckung wird nicht direkt auf dem Dachstuhl angebracht. Auf den Sparren folgt von unten nach oben:

  • Zweite wasserfĂŒhrende Ebene, z.B. Unterdeckbahn
  • Konterlattung (verlĂ€uft wie die Sparren von First zur Traufe)
  • Traglattung (verlĂ€uft quer von Giebel zu Giebel)
  • Dachdeckung

Die Dachdeckung ist so konzipiert, dass kein Wasser in den Dachstuhl gelangt. FĂŒr den Fall, dass dennoch Wasser unter die Dacheindeckung gelangt, wird es von der zweiten wasserfĂŒhrenden Schicht davon abgehalten, in den Dachstuhl zu gelangen. Wasser lĂ€uft auf ihr herunter bis zur Regenrinne an der Traufe. Die Konterlattung sorgt dafĂŒr, dass Wasser ungehindert abfließen kann. 

Auf der Traglattung wird die Dachdeckung befestigt. 
 

Dachdichtungsbahn

Dacheindeckung

DachentlĂŒftung

DachentlĂŒftung ist eine Maßnahme, um erstens eingedrungene Feuchtigkeit abzuleiten. Dazu bedient man sich spezieller DachentlĂŒftungselemente, zum Beispiel der LĂŒfterdachziegel. Zweitens wird unter DachentlĂŒftung auch das AbfĂŒhren von Abluft aus dem Hausinnern verstanden, z.B. durch die mechanische LĂŒftung in einem GĂ€ste-WC oder durch die maschinelle LĂŒftung ĂŒber eine Dunstabzugshaube. Dabei gelangt die Abluft ĂŒber einen Flexschlauch und das daran angeschlossene Dunstrohr ins Freie.

Dachfenster

Dachfenster sind ungedĂ€mmte Dach- und Ausstiegsfenster. Sie sind regensicher. Sie dienen der Belichtung, BelĂŒftung und fĂŒr den Ausstieg fĂŒr Wartungsarbeiten an DachflĂ€chen und Kaminanlagen bei nicht ausgebauten Dachgeschossen. Bei ausgebauten Dachgeschossen spricht man hingegen eher von DachflĂ€chenfenstern.

Dachfirst

siehe First

DachflÀche

Als DachflĂ€che wird die Summe aller FlĂ€chen eines Daches bezeichnet. Diese FlĂ€che kann eben oder konvex bzw. konkav gekrĂŒmmt sein. Festgelegt wird sie durch die Dachform. Je komplizierter der Dachaufbau, desto komplizierter sind auch die DachflĂ€chen und deren Deckung. Am einfachsten ist das Satteldach. Es besitzt einen quadratischen oder rechteckigen Grundriss, dessen zwei DachflĂ€chen oben durch den First, unten durch die Traufe und seitlich durch den Ortgang des Giebels begrenzt sind. Komplizierter sind die DachflĂ€chen von zusammengesetzten oder gebrochenen DĂ€chern auf winkelförmigem oder rundem Grundriss. Hier kommen zum Beispiel Grat, Kehle oder Dachknick hinzu.

DachflÀchenfenster

DachflĂ€chenfenster sind schall- und wĂ€rmgedĂ€mmte Dach- und Ausstiegsfenster. Sie dienen der Belichtung und BelĂŒftung bei ausgebauten Dachgeschossen. Sie mĂŒssen den Anforderungen der Bauregelliste entsprechen. DachflĂ€chenfenster mĂŒssen aufgrund der erhöhten Anforderung auf ihre Schlagregensicherheit geprĂŒft sein. DachflĂ€chenfenster sollen nicht unter 15° Fensterneigung eingebaut werden. Bei Dachneigungen unter 15° sind Sondermaßnahmen erforderlich. Seit den 60er Jahren in technisch ausgereifter Form als Belichtungsmöglichkeit fĂŒr WohnrĂ€ume unter dem Dach weit verbreitet. Örtlich kann es baurechtlich einfacher sein, ein Dachfenster einzubauen als eine Gaube.

Dachformen

Ein Dach kann verschiedene Formen haben. Die bekanntesten Dachformen sind Pultdach, Satteldach oder Walmdach. Weitere Formen sind Zeltdach, KrĂŒppelwalmdach, Mansarddach, Tonnendach, Bogendach, Halbtonnendach, Schleppdach und Sheddach. Mehr in den exotischen Bereich gehört das Schmetterlingsdach, wĂ€hrend Kuppeldach, Turmdach und Kegeldach fast ausschließlich an Sakralbauten zu finden sind. Auch Kombinationen von verschiedenen Dachformen findet man hĂ€ufig.

Dachgaube

siehe Gaube

Dachgeschoss

Jedes Stockwerk ĂŒber dem obersten Vollgeschoss wird baurechtlich als Dachgeschoss bezeichnet. Damit ein Dachgeschoss bewohnt werden darf, mĂŒssen zwei Drittel seiner GrundflĂ€che die fĂŒr WohnrĂ€ume erforderliche Geschosshöhe haben. Bei Neubauten kann das durch einen höheren Kniestock erreicht werden. Auch eine Gaube kann zur Erhöhung des Dachgeschosses beitragen. Um ein Vollgeschoss zu sein, mĂŒssen mehr als 3/4 seiner GrundflĂ€che eine Höhe von 2,3 m (bzw. die in der Landesbauordnung geforderte Höhe) aufweisen. Die Höhe wird von der Oberkante des Fußbodens bis zur Oberkante der Dachhaut gemessen, maßgeblich ist somit das Außenmaß. Das Dachgeschoss wird hĂ€ufig als Ausbaureserve erst spĂ€ter ausgebaut (siehe Dachausbau), wenn die Kinder Ă€lter werden und mehr Platz benötigen.

Dachkonstruktion

Als Dachkonstruktion bezeichnet man den konstruktiven Aufbau eines Daches. Die Dachdeckung ist da meist nicht mit inbegriffen. Eine Dachkonstruktion besteht aus mehreren Einzelschichten, die in ihrer Funktion zusammenwirken. Je nach Anordnung der Schichten unterscheidet man einschalige, nicht durchlĂŒftete Konstruktionen, oder mehrschalige, durchlĂŒftete Konstruktionen. 

Dachlatte

Als Dachlatten werden Schnitthölzer mit QuerschnittsflĂ€chen nicht grĂ¶ĂŸer als 32 qcm und einer Breite bis 80 mm bei einem SeitenverhĂ€ltnis des Querschnitts von maximal 1:2 bezeichnet. Dachlatten werden im Baubereich universell, nicht nur fĂŒr das Dach, eingesetzt. Auf dem Dach werden Dachziegel oder andere Dacheindeckungen wie Schiefer, Metall oder Reet an den Dachlatten befestigt. Sie können dort als Traglattung oder Konterlattung fungieren. Dachlatten werden aber auch bei einer vorgehĂ€ngten Fassade oder beim Innenausbau bei einer Decken- oder Wandverkleidung mit Holzpaneele verwendet.

Dachlattung

Die Dachlattung bezeichnet die Gesamtheit aller parallel zum First verlaufenden Dachlatten. Sie hat sich aus ErsparnisgrĂŒnden aus der ursprĂŒnglichen Schalung der gesamten DachflĂ€che entwickelt. Wahrscheinlich tauchte sie zuerst in Frankreich in Kombination mit dem Biberschwanzziegel auf, wobei die Entwicklung parallel zur AufhĂ€ngung von Dachziegeln mit Haken oder Nasen verlief. Notwendig wurde sie durch die Abkehr von den flacheren DĂ€chern im SĂŒden zu den steileren DĂ€chern nördlich der Alpen.

Dachneigung

Dachneigung ist die Neigung der Dachkonstruktion gegen die Waagerechte. Das Maß der Dachneigung wird ausgedrĂŒckt als Winkel zwischen der Waagerechten und der DachflĂ€che in Grad (°) oder als Steigung der DachflĂ€che ĂŒber der Waagerechten in Prozent). Durch die Dachneigung werden die Dachformen nach dem Aussehen in FlachdĂ€cher, flach geneigte DĂ€cher und SteildĂ€cher unterteilt. Das bekannte Flachdach wird dabei als waagerechte oder annĂ€hernd waagerechte FlĂ€che empfunden, wobei diese Dachform oftmals Probleme mit der dauerhaften Dichtigkeit mit sich bringt. FlachdĂ€cher sowie flach geneigte DĂ€cher werden hauptsĂ€chlich bei Hallen, bei WohngebĂ€uden ohne Nutzung des Dachraums und bei BetriebsgebĂ€uden ausgefĂŒhrt, wobei wegen der Anforderungen an die Dauerhaftigkeit der Dachabdichtung auch bei FlachdĂ€chern zwischenzeitlich eine Mindestneigung der Dachebenen vorgegeben ist. Die im Wohnhausbau ĂŒblichen SteildĂ€cher ab ca. 30° erlauben meist eine Nutzung des Dachgeschosses zumindest als LagerflĂ€che, wegen der inzwischen hohen Baulandpreise und der relativ hohen Baukosten sind diese FlĂ€chen jedoch zu wertvoll, um sie nicht auch als Wohnraum zu nutzen. ReetdĂ€cher benötigen mindestens eine Dachneigung von 45°, um Wasser wirkungsvoll ableiten zu können.

Dachpappe

Dachpappe ist eine mit Bitumen oder Teer beschichtete Filzpappe, die oftmals mit Sand oder Kies bestrichen ist. Sie wird hĂ€ufig mit Bitumendachbahnen verwechselt. WĂ€hrend in frĂŒheren Zeiten die Dachpappen in der Regel mit Teer beschichtet waren, hat im 20sten Jahrhundert das Bitumen, welches nicht ganz so gesundheitsschĂ€dlich ist, den Teer immer mehr verdrĂ€ngt. WĂ€hrend Bitumen eine wesentlich höhere PlastizitĂ€t und TemperaturstabilitĂ€t hat, zeichnet sich Teer durch eine hohe WasserbestĂ€ndigkeit und WiderstandsfĂ€higkeit gegen Mikroorganismen und Durchwurzelung aus. Aus diesem Grund sind teerhaltigen Materialien noch lange Zeit z.B. in den Vereinigten Staaten verwendet worden.

Dachpfanne

Unter Dachpfannen werden in der Regel entweder Dachsteine aus Zement oder Dachziegel aus einem Ziegelgemisch verstanden.

Dachschalung

Bei einer Dachschalung handelt es sich um eine vollflĂ€chige Schalung aus Vollholz (Dachschalungsbretter) oder Spanplatten. Sie wird auf den Dachsparren bzw. Dachbinder oder TrĂ€ger befestigt und bildet die Unterkonstruktion unter der Dachhaut. Es wird dabei zwischen Sparschalung und geschlossener Schalung unterschieden. Bei einer Sparschalung gibt es zwischen den Brettern Fugen, bei der geschlossenen Schalung sind die Bretter dicht aneinandergestoßen. Eine geschlossene Dachschalung bietet Schutz vor Windsog oder Winddruck. Bei bestimmten Dachdeckungsmaterialien wie Schiefer, Metallblechen, Bitumenabdeckungen oder Well- und Profilplatten aus Faserzement ist eine Dachschalung nötig.

Dachschalungsbretter

Bei Dachschalungsbretter handelt es sich um Bretter, die fĂŒr eine Dachschalung verwendet werden dĂŒrfen. Die GĂŒte solcher Bretter wird durch die DIN 18334 und die DIN 4074 bestimmt. Demnach mĂŒssen Dachschalungsbretter parallel besĂ€umt und gleichmĂ€ĂŸig stark sein. Die StĂ¶ĂŸe der Dachschalungsbretter sind versetzt anzuordnen. Je Auflager sind mindestens zwei NĂ€gel zu verwenden. Um eine Scheibenwirkung der Schalungsebene zu erreichen, sind die Nagelbilder exakt einzuhalten. 

Dachsparren

siehe Sparren

Dachstuhl

Der Dachstuhl ist eine Tragkonstruktion fĂŒr die Bedachung und fast ausschließlich aus Holz hergestellt. Bau und Aufrichtung eines Dachstuhls ist typische Zimmermannsarbeit. Der Dachstuhl muss zunĂ€chst einmal sich selbst tragen können und zusĂ€tzlich die Dachziegel. Bei einem ausgebauten Dach kommen die WĂ€rmedĂ€mmung und eine Schalung hinzu. Weiterhin muss ein Dachstuhl noch die Belastung von Schnee und von Wind aufnehmen können. Damit der Wind den Dachstuhl nicht davonblĂ€st, muss er im Mauerwerk verankert sein. Deshalb werden die Sparren mit den Schwellen bzw. Pfetten mit NĂ€geln oder mit Blechverbindern verbunden. Die Schwellen und Pfetten werden in der Regel mit einbetonierten Ankerschrauben, Flachstahllaschen oder Stahlwinkeln auf der Unterkonstruktion befestigt. Bei der Planung von DachstĂŒhlen muss besonders auch darauf geachtet werden, dass der First in LĂ€ngsrichtung keine Eigendynamik entwickelt. Einfach gesagt, darf er sich nicht verschieben. Dies erreicht man durch LĂ€ngsaussteifungen oder LĂ€ngsverbĂ€nde, die je nach Art des Dachtragwerks verschieden sein können. Die wichtigsten Arten von DachstĂŒhlen sind das Sparrendach, das Kehlbalkendach und das Pfettendach.

Dachunterspannbahn

DachunterspannbahnDachunterspannbahnen werden zwischen den Sparren und der Traglattung der Dachbedeckung befestigt und liegen nicht auf der WĂ€rmedĂ€mmung auf. Sie sind die zweite wasserfĂŒhrende Schicht falls durch die Eindeckung Feuchtigkeit eindringt, wird dieses sicher auf der Unterspannbahn abgeleitet. Unterspannbahnen erfĂŒllen eine wichtige bauphysikalische Funktion, denn wenn die Diffusionsfeuchte nicht aus dem GebĂ€ude entweichen kann, sind BauschĂ€den vorhersehbar, die nur mit erheblichen Aufwand beseitigt werden können. Wurden frĂŒher gitterverstĂ€rkte PE Folien verwendet, so finden heute moderne diffusionsoffene Materialien Verwendung, die direkt auf die Sparren verlegt werden.

DĂ€mmstoff

Material zur WĂ€rme- oder SchalldĂ€mmung von Bauteilen. DĂ€mmstoffe können beispielsweise aus Kunststoffen wie Polystyrol ("Styropor"), Polyurethan, Mineralwolle wie Glaswolle, Steinwolle oder ULTIMATE, aus Schaumglas oder natĂŒrlichen Materialien wie BlĂ€hton, Zellulose, Holz-Weichfasern, Schafswolle oder Hanffasern bestehen. DĂ€mmstoffe unterscheiden sich beispielsweise in Bezug auf ihre WĂ€rmeleitfĂ€higkeit, das Feuchtigkeitsverhalten, das WĂ€rmespeichervermögen, dem Rohgewicht und der Dampfdiffusion. Aus ökologischen Gesichtspunkten immer hĂ€ufiger beachtet wird auch der PrimĂ€renergieverbrauch bei der Herstellung und die energetische Amortisation. Damit wird angegeben, wie lange ein DĂ€mmstoff im Einsatz sein muss, um die bei der Herstellung verbrauchte Energie eingespart zu haben. Das ist aber selbst im ungĂŒnstigsten Fall (Polyurethan) nach spĂ€testens zwei Jahren der Fall. 

Die WĂ€rmeleitfĂ€higkeit eines Stoffes wird in Lambda (= W/mK) gemessen. Der Lambda-Wert gibt die WĂ€rmemenge an, die durch einen ein Kubikmeter großen WĂŒrfel eines Stoffes dringt, wenn zwischen den beiden Seiten ein Temperaturunterschied von 1° Celsius herrscht. Je kleiner der Wert ist, desto besser dĂ€mmt das Material. Hat ein Material einen hohen Lambda-Wert, kann man aber mit grĂ¶ĂŸeren DĂ€mmstoffdicken trotzdem eine hervorragende WĂ€rmedĂ€mmung erzielen. Um eine Vergleichbarkeit der DĂ€mmstoffe zu erreichen, werden diese in WĂ€rmeleitgruppen eingeteilt. Dazu wird der Lambda-Wert mit 1.000 multipliziert. Das Feuchtigkeitsverhalten ist ebenfalls interessant, da Feuchtigkeit die WĂ€rmedĂ€mmeigenschaften eines Baustoffes stark herabsetzen kann. 

DĂ€mmstoffmesser

Ein DĂ€mmstoffmesser besitzt eine 30 bis 40 cm lange Klinge mit unterschiedlichem Schliff auf beiden Seiten der Klinge. Eine Seite weist eine SĂ€gezahnung auf fĂŒr das ZersĂ€gen von (relativ) unelastischen DĂ€mmstoffen wie z.B. Polystyrol ("Styropor") oder Polyurethan. Die andere Seite der Klinge ist wellenförmig geschliffen fĂŒr das Zerschneiden von weichen DĂ€mmstoffen z. B. aus Glaswolle, Steinwolle oder Holz-Weichfasern.

Dampfbremse

Dampfbremse ist eine Bezeichnung fĂŒr Folien, die insbesondere beim Dachausbau eingesetzt werden. Die Dampfbremse stellt, wie auch die Dampfsperre, die Luftdichtheit des Hauses her. Im Unterschied zur Dampfsperre wird die Wasserdampfdiffusion jedoch gebremst und nicht verhindert. GrundsĂ€tzlich unterscheidet die DIN 4108-3:2018-10:

  • diffusionsoffene Schicht: Bauteilschicht mit sd ≀ 0,5 m
  • diffusionsbremsende Schicht: Bauteilschicht mit 0,5 m < sd ≀ 10 m
  • diffusionshemmende Schicht: Bauteilschicht mit 10 m < sd ≀ 100 m
  • diffusionssperrende Schicht: Bauteilschicht mit 100 m < sd < 1 500 m
  • diffusionsdichte Schicht: Bauteilschicht mit sd ≄ 1 500 m

Schicht mit variablem sd-Wert: Bauteilschicht, die ihren sd-Wert in AbhÀngigkeit von der umgebenden relativen Luftfeuchte verÀndert (z.B. VarioŸ KM Duplex UV oder VarioŸ XtraSafe).

Dampfdiffusion

Dampfdiffusionswiderstand

Dampfdruckausgleichsschicht

Eine Dampfdruckausgleichsschicht findet man hĂ€ufig bei FlachdĂ€chern. Dabei handelt es sich um eine Dachbahn, die bei nicht belĂŒfteten FlachdĂ€chern eingefĂŒgt wird. Die Dachbahn ermöglicht es, dass Wasserdampf abgefĂŒhrt wird, der in der Konstruktion eindringt oder entsteht. Weiterhin dient eine Dampfdruckausgleichsschicht als Trennschicht zwischen Dachabdichtung und WĂ€rmedĂ€mmung. Sie ermöglicht Bewegungen zwischen diesen beiden Schichten, die aufgrund von Schwinden oder Temperaturdehnung entstehen können. Die Dampfdruckausgleichsschicht verhindert also auch SchĂ€den mechanischer Art an der Konstruktion. Bei MineralfaserdĂ€mmstoffen erfolgt der Dampfdruckausgleich im DĂ€mmstoff. Dachabdichtungen können auf MineralfaserdĂ€mmstoffen deshalb vollflĂ€chig aufgeklebt werden.

Dampfrohrkessel

Abgrenzung der Begriffe Dampfkessel, Dampfkesselanlage und Dampfkraftwerk. Ein Dampfkessel ist ein geschlossenes beheiztes GefĂ€ĂŸ oder ein Druckrohrsystem, das dem Zweck dient, Wasserdampf von höherem als atmosphĂ€rischem Druck (p > 1,013 bar absolut) oder Heißwasser mit Temperaturen oberhalb von 100 °C fĂŒr Heiz- und Betriebszwecke zu erzeugen. Wird der Dampfkessel zur Erzeugung von Dampf genutzt, dann spricht man von einem Dampferzeuger. In AbhĂ€ngigkeit von der Dampfnutzung wird in einem Dampfkessel Sattdampf oder Heißdampf erzeugt.

Dimensionen 
Die GrĂ¶ĂŸe von Dampfkesseln ist weit gespannt. Sie reicht von Kleinstdampfkesseln im Haushalt (Dampfreiniger, DampfbĂŒgeleisen) bis zu Turmdampfkesseln in Dampfkraftwerken mit einer Höhe bis 155 m bei einer Dampfleistung bis zu 3600 t/h. Die Dimensionen betragen beispielsweise bei dem fortschrittlichen, mit Braunkohle betriebenen Block K des Kraftwerkes Niederaußem:

  • 68 m Kesselhaushöhe,
  • 2620 Tonnen Dampf pro Stunde,
  • eine thermische Leistung von 2306 MW,
  • ein Brennstoffverbrauch von 847 t pro Stunde,
  • bei Auslegungsparametern 274 bar und 580 °C (Frischdampf) bzw. 600 °C (SekundĂ€rdampf nach ZwischenĂŒberhitzer).

Bauformen
Bei der Bauform unterscheidet man zwischen Schnelldampferzeugern, Großwasserraumkesseln und Wasserrohrkesseln. Zur Erzeugung geringer Dampfmengen werden auch elektrisch beheizte Dampfkessel verwendet. Als Besonderheit ist noch der bewegliche Lokomotivdampfkessel zu erwĂ€hnen.

Einsatz von Dampfkesseln 
Dampfkessel kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo Wasserdampf sowie Heißdampf benötigt wird. So werden Dampfkessel in der Energiewirtschaft in Form von Kraftwerk-Dampferzeugern zur Stromgewinnung verwendet. Neben den verschiedenen Einsatzbereichen in der Industrie zum Beispiel in Heizsystemen oder in der Produktion werden Dampfkessel auch in der Landwirtschaft verwendet fĂŒr das DĂ€mpfen (Bodendesinfektion) zur Bodenentseuchung.

Dampfsperre

Eine Dampfsperre ist eine Folie aus Kunststoff oder Aluminium. Sie verhindert das Eindringen von Wasserdampf in Materialien, die gegen Feuchtigkeit anfĂ€llig sind (Verrottung) oder deren Funktion bei Durchfeuchtung herabgesetzt ist. Die DIN 4108-3:2018-10 definiert eine Schicht als diffusionsdicht, wenn eine Bauteilschicht einen sd-Wert ≄ 1.500 m aufweist.

Decke

Der obere Abschluss eines Raumes wird als Decke bezeichnet. An eine Decke werden verschiedene Anforderungen bezĂŒglich Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz (Trittschallschutz) oder WĂ€rmeschutz gestellt. Ist die Decke zugleich Dachdecke (z.B. bei FlachdĂ€chern), dann muss die Decke auch dem Feuchteschutz dienen. Die Hauptkonstruktionsarten sind die Balkendecke (z.B. Holzbalkendecke, (Stahl)Steindecke, Hourdis) und die Platten-/Scheibendecke (z.B. Stahlbetondecke). Stahlbetondecken werden hĂ€ufig als Montagebauteile schon fertig oder teilweise fertig auf die Baustelle geliefert. Eine eher seltene Deckenvariante ist die aus fest verbundenen Holzkastenelementen zusammengesetzte Kastendecke. Getragen werden die Decken von den AußenwĂ€nden, tragenden InnenwĂ€nden oder bei Balkendecken auch von StĂŒtzen (z.B. im Fachwerk- oder Stahlbau). HĂ€ufig werden an die tragende Rohdecke Unterdecken / abgehĂ€ngte Decken angebracht oder es werden zusĂ€tzliche Decken eingeschoben (Einschubdecken / Fehlboden).

Deckenbalken

Deckenbalken sind auch heute noch allgegenwĂ€rtig. Sie bilden die Unterkonstruktion einer Geschossdecke - und zwar insbesondere bei den HĂ€usern, die nur aus einem Erdgeschoss und einem Dachgeschoss bestehen. Hier ist eine Geschossdecke aus Beton(fertigteilen) nicht unbedingt ĂŒblich und im Holzrahmenbau - also auch bei den meisten FertighĂ€usern - sowieso nicht möglich. Eine ganz wesentliche Rolle spielen Deckenbalken allerdings bei historischen FachwerkhĂ€usern, bei denen drei und vier Geschosse nichts Ungewöhnliches waren. Oft wurden die Deckenbalken ĂŒber die Fassade hinausgefĂŒhrt und mit aufwendigen Schnitzereien versehen. Diese Balkenköpfe sind als Neidköpfe in die Baugeschichte eingegangen.

Deckenbekleidung

Deckenschalung

DeckenschalungZum Herstellen einer massiven Stahlbetondecke ist eine Deckenschalung notwendig. Deckenschalungen werden aus Schaltafeln, bzw. Schalungsplatten oder Brettern und SchalungstrĂ€gern hergestellt. StĂŒtzen unter den TrĂ€gern tragen die Lasten auf den Untergrund ab. Zur seitlichen Schalung werden entweder Bohlen bzw. Bretter oder fertige Schalelemente wie auf der Abbildung verwendet. Bei diesen Schalelementen ist die WĂ€rmedĂ€mmung bereits mit eingebaut. Diese ist notwendig, um WĂ€rmebrĂŒcken zu vermeiden. Bei der Schalung mit Brettern oder Bohlen ist somit zusĂ€tzlich eine WĂ€rmedĂ€mmung mit einzubringen.

Deckenverkleidung

DeckenverkleidungSollen Unebenheiten ausgeglichen, Installationsebenen versteckt, eine WĂ€rme- oder SchalldĂ€mmung untergebracht oder einfach nur ein optischer Akzent gesetzt werden, ist eine Deckenverkleidung ideal. Als Deckenverkleidung kommen infrage Paneele aus Holz oder lackierten Blechen (Foto) oder Kassettenelemente aus Holz, Gipsfaser, Hartschaum, Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium. Metallverkleidungen werden jedoch ausschließlich im gewerblichen Bereich eingesetzt und nur dann, wenn die Frage einer SchalldĂ€mpfung keine Rolle spielt. Zu den modernen Formen der Deckenverkleidung zĂ€hlt die Spanndecke. Deckenverkleidungen bestehen aus Unterkonstruktion und Verkleidungsschale. Die Unterkonstruktion hat die Aufgabe, die Deckenverkleidung zu tragen. Sie kann aus Holz, wie Latten und Lattenroste, oder aus Metallprofilen bestehen. Je nach Bauart unterscheidet man unterscheidet man Deckenbekleidungen und Unterdecken. Bei Deckenbekleidungen ist die Unterkonstruktion direkt an der GebĂ€udedecke befestigt, bei Unterdecken durch eine besondere Unterkonstruktion von dieser abgehĂ€ngt.

Dichtstoffe

Unter die Rubrik "Dichtstoffe" fallen im Bauwesen zahlreiche Produkte.
Als Dichtstoffe werden zum Beispiel Folien aus Blei oder Kupfer verwendet, die ĂŒber die Fuge gelegt und dabei entweder verklebt oder direkt einbetoniert werden. Auch Profile aus Kautschuk, Kunststoff oder Metall in den verschiedensten und auf den Anwendungszweck abgestimmten Querschnittsformen werden als Dichtstoffe eingesetzt. Der hauptsĂ€chliche Einsatzbereich von Profilen ist im Bereich von hinterlĂŒfteten Fassadenkonstruktionen. Weiterhin werden auch FugenbĂ€nder als Dichtstoffe eingesetzt. Sie werden ĂŒberwiegend bei Betonbauwerken eingesetzt. Zu den Massendichtstoffen gehören alle spachtel-, gieß- und spritzfĂ€higen Dichtstoffe, die nach der Verarbeitung fest werden, plastisch bleiben oder auch elastisch sein können. Daher erfolgt eine Unterscheidung nach festen, gussförmigen und elastischen Massendichtstoffen. Zu den festen Massen gehören Mörtel, die mit Kunststoff-Dispersionen versetzt sind und alle Zementmörtel. Weiterhin werden in Standfugen Polyester- und Epoxidharzmassen eingesetzt. Zu den gussförmigen Massen gehören die bituminösen Stoffe, die im BrĂŒcken- und Straßenbau fĂŒr den Fugenverguss eingesetzt werden. Die elastischen Massen sind auch dem Hobbyanwender bekannt, dabei handelt es sich beispielsweise um Acryl oder Silikon; diese Dichtstoffe werden in Kartuschen abgepackt und sind fĂŒr den Einsatz in Spritzpistolen vorgesehen.

Diffusion

Unter Diffusion versteht man den Durchgang von Wasserdampf oder Gasen durch Stoffe. Beim Feuchtetransport durch Diffusion wird Wasser in Dampfform transportiert. Bei der Wasserdampfdiffusion kommt es, Àhnlich wie beim WÀrmetransport, zu einem Diffusionsstrom vom Bereich mit höherer Wasserdampfkonzentration zum Bereich mit geringerer Wasserdampfkonzentration.

DiffusionsÀquivalente Luftschichtdicke

Diffusionswiderstand

Jeder Stoff leistet mehr oder weniger viel Widerstand gegen die Diffusion. Der Diffusionswiderstand hĂ€ngt ab von der DurchlĂ€ssigkeit des diffusionshemmenden Stoffes, ausgedrĂŒckt durch die Diffusionswiderstandszahl, und der Dicke der Schicht, durch die hindurch die Diffusion erfolgt. Feuchtigkeitssperren wie Metallschichten, PE-Folie oder Glas haben einen sehr hohen Diffusionswiderstand. Diffusionsoffene Schichten wie ZellulosedĂ€mmung, Mineralwolle oder Gipskartonplatten haben einen niedrigen Diffusionswiderstand.

Mehr unter Wasserdampfdiffusionswiderstand.

Duodach

Das Duodach ist eine Sonderform eines Flachdachs. Es stellt eine Kombination von nichtbelĂŒfteten einschaligem Dach (Warmdach) und Umkehrdach dar. Das Duodach wird besonders bei Ă€lteren DĂ€chern angewendet, die wohl noch dicht sind, aber deren WĂ€rmeschutz aus heutiger Sicht unzureichend ist. Ist die ursprĂŒngliche Dachkonstruktion schadhaft geworden, steht mit dem Duodach eine einfache und wirksame Sanierungsmöglichkeit zur VerfĂŒgung.

E

Effizienzhaus 40

Der KfW-Effizienzhaus-Standard setzt sich aus 2 Kriterien zusammen: Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf der Immobilie? Und wie gut ist die WĂ€rmedĂ€mmung der GebĂ€udehĂŒlle? Das wird mit den Werten PrimĂ€renergiebedarf und TransmissionswĂ€rmeverlust angegeben. Ein Beispiel: Im Vergleich zum ReferenzgebĂ€ude der GEG benötigt das Effizienzhaus 40 nur 40 % der PrimĂ€renergie. Zudem liegt der TransmissionswĂ€rmeverlust bei nur 55 %. Der bauliche WĂ€rmeschutz ist somit um 45 % besser.

Effizienzhaus 40 Plus

Als Spitzenstandard in der KfW-Förderung ist das KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Hier wird der Standard Effizienzhaus 40 noch mit zusĂ€tzlicher Haustechnik, einem „Plus-Paket“ ausgestattet, das in erster Linie auf eigene Stromerzeugung und Selbstnutzung des erzeugten Stroms ausgelegt ist. Im Regelfall kommt der Strom von einer Photovoltaik-Anlage, die mit einem stationĂ€ren Batteriespeicher sowie einer LĂŒftungsanlage mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung kombiniert wird. Damit sparen Sie noch mehr Energie ein, machen sich ein wenig unabhĂ€ngig und erhalten die höchste Neubauförderung.

Effizienzhaus 55

Effizienzhaus 55 ist die Bezeichnung eines Energiesparhauses, das von der KfW-Bank gefördert wird. Im Vergleich zum ReferenzgebÀude des GEG benötigt das Effizienzhaus 55 nur 55 % der PrimÀrenergie. Zudem liegt der TransmissionswÀrmeverlust bei 70 %. Der bauliche WÀrmeschutz ist somit um 30 % besser.

Emission

Emission (lat. emittere „herausschicken, -senden“), deutsch Austrag oder Ausstoß, bedeutet allgemein Aussendung von Störfaktoren in die Umwelt. Die Quelle wird Emittent genannt. Jede Emission hat eine Immission (lat. immittere, „hineinschicken, -senden“), deutsch Eintrag, in ein Umweltmedium zur Folge. Der Begriff Emission ist in der Physik allgemein ĂŒblich, Immission hauptsĂ€chlich nur in der Umwelttechnik und im Umweltrecht.

Emission als Austrag besteht aus giftigen, gesundheitsschĂ€dlichen oder umweltgefĂ€hrdenden chemischen Stoffen, etwa aus Schadstoffen aller Art, Reizstoffen, Allergenen, aber auch als Schallemission (LĂ€rm), Licht, ionisierender Strahlung oder ErschĂŒtterungen. Typische Beispiele sind gasförmige Schadstoffemissionen aus Autos oder Schornsteinen, flĂŒssige Emissionen aus Altlasten, staubförmige Emissionen von Halden, StraßenlĂ€rm, Lichtverschmutzung.

In der Umweltgesetzgebung versteht man unter Emittent nur eine Anlage im Sinne des Gesetzes, von der Luftverunreinigungen, GerĂ€usche, ErschĂŒtterungen, Licht, WĂ€rme, Strahlen und Ă€hnliche Erscheinungen ausgehen. Beispiele sind SchadstoffeintrĂ€ge in die Luft (Emittenten sind Autos, Fabriken oder Heizungen), in das Grundwasser (Emittenten können Altlasten oder die Landwirtschaft sein) oder in GewĂ€sser (mögliche Emittenten sind hier KlĂ€ranlagen).

Rolle von Emission und Immission fĂŒr den Umweltschutz [Bearbeiten]Ein wesentliches Ziel des Umweltschutzes ist es, schĂ€dliche Emissionen möglichst abzustellen oder so weit wie möglich zu reduzieren, um so zum einen Umweltverschmutzung wie Luftverschmutzung, Bodenverschmutzung oder GewĂ€sserverschmutzung zu vermeiden und zum anderen Menschen vor Belastungen in WohnrĂ€umen und ArbeitsrĂ€umen zu schĂŒtzen.
Mehr zum Thema Umweltschutz erfahren Sie bei Nachhaltiges Bauen mit ISOVER.

Energetische Sanierung

Energetische Sanierung, auch thermische Sanierung, bezeichnet in der Regel die Modernisierung eines GebĂ€udes zur Minimierung des Energieverbrauchs fĂŒr Heizung, Warmwasser und LĂŒftung.

Mögliche Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu minimieren:

  • AußenwanddĂ€mmung
  • DachdĂ€mmung
  • Fenstersanierung
  • Heizungssanierung (Niedertemperaturkessel, Brennwertkessel, Mikro-KWK, WĂ€rmepumpe)
  • KellerdeckendĂ€mmung
  • Solarthermie zur Warmwasser- und/oder HeizungsunterstĂŒtzung

Ein Haus sollte bei einer energetischen Sanierung immer als Ganzes betrachtet werden, um BauschĂ€den zu vermeiden und um zu erkennen, welche Maßnahmen das beste Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis haben. Viele Maßnahmen sind kombinierbar; es empfiehlt sich, vor Beginn einer energetischen Sanierung einen Energieberater hinzuzuziehen, um fĂŒr das jeweilige GebĂ€ude ein optimales MaßnahmenbĂŒndel zu finden.
Zwei attraktive Programme fördern aktuell die energetische Modernisierung von WohngebĂ€uden. ZusĂ€tzlich zur steuerlichen Förderung werden nun Einzelmaßnahmen auch durch die neue Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude (BEG) noch höher gefördert.

Energieausweis

EnergieausweisIm Energieausweis wird der Energiebedarf bzw. der Energieverbrauch eines GebĂ€udes angegeben. Kauf- oder Mietinteressenten können so abschĂ€tzen, mit welchen Heiz- und Warmwasserkosten zu rechnen ist. Der Energieausweis macht Angaben zum GebĂ€ude zur Heizung sowie zum Energiebedarf bzw. –verbrauch. Er kann entweder auf Basis der Bausubstanz und der Heiztechnik berechnet werden (Energiebedarf) oder anhand bisheriger Heizkostenabrechnungen erstellt werden (Energieverbrauch). SpĂ€testens bei der Besichtigung des GebĂ€udes muss der Energieausweis vorgelegt werden. 

Energiebilanz

Energiebilanzen erlauben es, rechnerisch den Aufwand von PrimĂ€renergie in ein VerhĂ€ltnis zur Nutzenergie zu stellen. Sie bilden die Grundlage fĂŒr einen sparsamen Umgang mit Energie und erlauben es, Energieverluste aufzufinden, mengenmĂ€ĂŸig darzustellen und Vermeidungsmöglichkeiten zu ermitteln. Dabei wird auch der Energieverbrauch zur Gewinnung und Bereitstellung der Nutzenergie dargestellt.

Der Begriff Energiebilanz beschreibt in Bezug auf nachhaltige Produktionsmethoden den gesamten Aufwand zur Herstellung, zum Betrieb und zur Weiterverwertung (Entsorgung oder Recycling) von Produkten. So wird beispielsweise bei einem KĂŒhlschrank nicht nur der Stromverbrauch betrachtet, sondern auch die zur Herstellung und Entsorgung notwendige Energie und Ressourcen (graue Energie). FĂŒr ElektrizitĂ€tswerke wird der sogenannte Erntefaktor oder auch die EnergierĂŒcklaufzeit angegeben. Spart ein Produkt im Rahmen der Nutzung Energie ein, wie beim DĂ€mmstoff, kann die in der Energiebilanz gegengerechnet werden. 

Energieeinsparung

Energieeinsparung bezeichnet alle Maßnahmen, die die Menge verbrauchter Energie (siehe EnergietrĂ€ger, Energiequelle) verringern. Energieeffizienz bezeichnet die Effizienz des Einsatzes von Energie, also das VerhĂ€ltnis von Nutzen zum Energieaufwand.

Ursachen
Es gibt monetÀre Anreize zum Energiesparen; daneben kann es ZwÀnge bzw. Restriktionen geben: es kann sein, dass ein EnergietrÀger
- (zeitweilig oder stĂ€ndig) in geringerer als der gewĂŒnschten Menge verfĂŒgbar ist, z. B.

  • durch zu geringe FörderkapazitĂ€ten
  • durch zu geringe KapazitĂ€t eines Netzanschlusses oder einer Pipeline
  • durch zu geringe KraftwerkskapazitĂ€t

- durch Lieferschwierigkeiten (z. B. bedingt durch politische Spannungen, Kriege oder Wetterbedingungen unerwĂŒnschte (vermeidbare oder unvermeidbare) Nebenwirkungen verursacht.

  • Gesundheits- und UmweltschĂ€den beispielsweise durch Abgase, LĂ€rm, Treibhausgase oder RadioaktivitĂ€t (z. B. WaldschĂ€den, Globale ErwĂ€rmung)


1973 war die sogenannte „erste Ölkrise“ weltweit ein Anlass, Energieeinsparungen zu erwĂ€gen und durchzufĂŒhren: der Ölpreis stieg stark, es kam zeitweise zu VersorgungsengpĂ€ssen. Kurz zuvor, 1972, hatte die vom Club of Rome veröffentlichte Studie Die Grenzen des Wachstums weltweit bewusstgemacht, dass dem Wirtschaftswachstum der Industriegesellschaften Grenzen gesetzt sind, u. a. durch limitierte Mengen fossiler Energien und anderer Rohstoffe und Ressourcen. In den 1970ern etablierte sich die Umweltpolitik und das Umweltbewusstsein nahm deutlich zu.
Methodisch bieten sich folgende AnsÀtze zur Einsparung einer bestimmten Energieform an:

  • Verringern des Energiebedarfs durch Verzicht auf bestimmte Leistungen. Oft bietet der Verzicht auf kleine Zusatzfunktionen ein großes Energiesparpotenzial. (Beispiel: GebĂ€udeheizung in nicht genutzten RĂ€umen reduzieren)
  • Steigerung der Effizienz erhöht die Ausnutzung der aufgewendeten Energie, beispielsweise die Steigerung des Wirkungsgrades durch Minderung der Dissipation. Durch erhöhte Effizienz kann der Verbrauch hĂ€ufig deutlich gesenkt werden (Beispiele: WĂ€rmedĂ€mmung, Energiesparlampe).
  • Zur Effizienzsteigerung zĂ€hlt auch die Nutzung bisher ungenutzter Energieanteile (etwa WĂ€rm